
Historische Mauern mit einer neuen Aufgabe: In Würzburg soll der Rotkreuzhof zu einem Zentrum für Patientinnen, Patienten und ihre Angehörigen werden. Das Projekt will dort ansetzen, wo medizinische Versorgung allein oft nicht ausreicht. Wie die Pläne aussehen und warum dafür rund acht Millionen Euro investiert werden sollen.
Was heute fast wie ein Lost Place wirkt, soll in den kommenden Jahren zu einem Ort der Hoffnung werden: Der denkmalgeschützte Rotkreuzhof in Würzburg-Oberdürrbach soll zu einem bundesweit einzigartigen Begleit- und Begegnungszentrum für schwer erkrankte Menschen und ihre Angehörigen umgebaut werden. Rund acht Millionen Euro sollen in die Sanierung der historischen Hofanlage investiert werden. Hinter dem Projekt steht der Verein Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V., der seit 30 Jahren Krebspatientinnen und -patienten unterstützt und sein Angebot nun deutlich erweitern möchte.
Geplant sind rund 18 barrierefreie Appartements, Beratungs- und Seminarräume sowie gemeinschaftliche Aufenthaltsbereiche. Das Zentrum richtet sich nicht nur an Krebspatientinnen und -patienten, sondern auch an Menschen, die nach Unfällen, Organtransplantationen oder anderen schweren Erkrankungen über längere Zeit in Würzburg behandelt werden. Ziel ist es, Betroffenen und ihren Angehörigen eine bezahlbare Unterkunft in Kliniknähe sowie Begleitung und Unterstützung in einer belastenden Lebensphase zu bieten – ein Angebot, das es in dieser Form in der Region bislang nicht gibt.
Bis der fast 800 Jahre alte Rotkreuzhof seine neue Funktion erfüllen kann, steht jedoch eine aufwendige Sanierung bevor. Derzeit laufen Vermessungen, statische Untersuchungen und denkmalpflegerische Bestandsanalysen als Grundlage für die weitere Planung. Finanziert werden soll das Projekt durch Spenden, Fördermittel und weitere Unterstützer. Parallel zum Umbau muss deshalb auch die langfristige Finanzierung des späteren Betriebs gesichert werden.
Die Verantwortlichen betonen, dass der Rotkreuzhof weder Hotel noch Pflegeheim oder Hospiz werden soll. Stattdessen soll er die Lücke zwischen medizinischer Versorgung und dem Alltag schwer erkrankter Menschen schließen. Neben einer Unterkunft stehen vor allem Begleitung, Austausch und Entlastung für Patientinnen, Patienten und ihre Familien im Mittelpunkt. Der historische Gutshof soll so zu einem Ort werden, an dem Heilung nicht nur medizinisch gedacht wird, sondern auch Raum für seelische Unterstützung und neue Kraft entsteht.
Den Auftritt vom 21.07.2026 finden Sie hier.
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