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21. November 2019 : SCHWEINFURTER TAGBLATT

21. November 2019 : SCHWEINFURTER TAGBLATT

SCHRAUDENBACH Mit den 600 Euro an „Hilfe in Kampf gegen Krebs“ beendete die Eigenheimervereinigung Schraudenbach (EVS) ihre diesjährige Spendenaktion, so eine Pressemitteilung. Die EVS hat damit zusammen mit der KAB Schraudenbach bereits 7.500 Euro aus dem Erlös eines Waldfestes mit Tombola an verschiedene Institutionen gespendet. Ziel von „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ ist es, die Heilungschancen und Zukunftsperspektiven für an Krebs erkrankte Patienten zu verbessern. Der gemeinnützige Verein unterstützt das Uniklinikum Würzburg bei der Finanzierung von Angehörigenwohnungen und Personal. 2017 hat der Verein die Stiftung „Forschung hilft“ gegründet, die Spitzenforschung an der Uni Würzburg unterstützt. Im Bild von links: Peter Kamm (EVS), Edith Kamm (EVS), Gabriele Nelkenstock (Hilfe im Kampf gegen Krebs) und Reinhold Günther (EVS). (PK)

FOTO: GABRIEL TOKSOY

3.9.2019: 5.000 Euro für Angehörigenwohnungen von Patienten des  Uniklinikums Würzburg

3.9.2019: 5.000 Euro für Angehörigenwohnungen von Patienten des Uniklinikums Würzburg

Das internationale Energieerzeugungs- und Handelsunternehmen Uniper SE spendete 5.000 Euro an den Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.“. Das Geld soll helfen, das Angebot an klinikumsnahen, temporären Wohnungen für Angehörige von Krebspatienten des Uniklinikums Würzburg zu erhalten und auszuweiten. Der Würzburger Standort von Uniper überreichte dem „Verein Hilfe im Kampf gegen Krebs“ kürzlich eine Spende von 5.000 Euro zur Finanzierung von Angehörigenwohnungen am Uniklinikum Würzburg (UKW).

Die beiden Wohnungen, klinikumsnah in der Robert-Koch-Straße und Pestalozzi-Straße gelegen, stehen Angehörigen von Krebspatienten zur Verfügung. Finanziert werden sie durch Spenden der temporären Nutzer und Zuschüsse von „Hilfe im Kampf gegen Krebs“. „Der Bedarf ist immens und die Warteliste lang“, sagt Gabriele Nelkenstock, die Gründerin des Vereins. Deshalb würde der Verein dieses Angebot gerne durch zusätzliche Wohnungen ausweiten. „Da sind Spenden, wie von Uniper, stets hochwillkommen“, betont Nelkenstock. Angehörigenwohnungen von unschätzbarem Wert für die Patienten

Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des UKW, ergänzt: „Die Nähe von Angehörigen in einer belastenden Zeit ist gerade für die psychische Widerstandskraft vieler unserer Tumorpatienten von unschätzbarem Wert. Die Angehörigenwohnungen sind hier ein extrem hilfreicher Service, der ohne Initiativen wie ‚Hilfe im Kampf gegen Krebs‘ nicht geboten werden könnte.“

In Würzburg sitzen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Uniper IT GmbH, dem IT-Dienstleister der Uniper SE. Innerhalb des internationalen Energieunternehmens gibt es den Hilfsfonds RestCent. Dabei verzichten die Beschäftigten auf die Auszahlung des Cent-Betrages, der bei der Abrundung der monatlichen Nettovergütung auf volle Euro anfällt. Die Mitarbeiter/innen können Spendenvorschläge unterbreiten. Diese werden durch ein Kuratorium bewertet und freigegeben. Der Arbeitgeber verdoppelt alle Spenden, für die sich das Kuratorium ausgesprochen hat. So kam beim Würzburger Standort das Geld für die Unterstützung der Angehörigenwohnungen zusammen.

Bildunterschrift: Wanderer_Nelkenstock_Stark_Müller.jpg Bei der Spendenübergabe: Gabriele Nelkenstock vom Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.“ (in Rot), umgeben von Uniper-Mitarbeitern (v.l.) – Uwe Wanderer (Betriebsratsvorsitzender am Standort Würzburg), Kerstin Stark (Spendeninitiatorin) und Patrick Müller (stellv. Standortverantwortlicher Würzburg). Bild: Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.

02. August 2019: PRÄZISERE ANALYSE BEI MYELOM-PATIENTEN

02. August 2019: PRÄZISERE ANALYSE BEI MYELOM-PATIENTEN

WÜRZBURG Neue Kombinations­therapien können bei den meisten Myelom-Patienten die Tumorzellen gut reduzieren. ,,Bei einem signifi­kanten Anteil der behandelten Pa­tienten ist diese bösartige Krebs­erkrankung des Knochenmarks mit der Standarddiagnostik nicht mehr nachweisbar”, berichtet Professor Hermann Einsele. Dennoch kommt es laut dem Direktor der Medizini­schen Klinik und Poliklinik II des Uni­klinikums Würzburg (UKW) bei na­hezu allen Myelom-Patienten zu einer Rückkehr der Erkrankung. Ein Grund dafür kann eine sogenannte minimale Resterkrankung (Minimal Residual Disease – MRD) sein.

,,Wir wissen, dass Patienten mit MRD frühzeitigere Erkrankungsrückfälle erleiden, als solche, bei denen keine minimale Resterkrankung nachge­wiesen werden kann”, sagt Privat­-Dozent Dr. Martin Kortüm, Oberarzt aus dem Team von Professor Einsele. Der Medizintechnikmarkt bietet Technologien an, mit denen die nach einer Therapie verbliebenen Tumorzellen noch präziser aufge­spürt werden können. Durch eine Fi­nanzspritze von 10.000 Euro vom Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs” kann das UKW nun ein Gerät zur Zellzählung sowie die dazuge­hörige Analyse-Software anschaffen. Gabriele Nelkenstock, Vorsitzende des Vereins „Hilfe im Kampf gegen Krebs”, überreichte 10.000 Euro an die Myelom-Experten des Uniklini­kums Würzburg (von links): Her­mann Einsele, Martin Kortüm und Leo Rasche.

(LENA) FOTO: VEREIN

14. Mai 2019: AUSZEICHNUNG FÜR SELBSTLOSEN EINSATZ

14. Mai 2019: AUSZEICHNUNG FÜR SELBSTLOSEN EINSATZ

WÜRZBURG Für ihr bürgerschaftliches Engagement im Kampf gegen den Krebs überreichte Oberbürgermeister Christian Schuchardt Gabriele Nelkenstock im Beisein der ehemaligen Landtagspräsidentin Barbara Stamm, Bürgermeister Adolf Bauer und Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake die Ehrenmedaille des Oberbürgermeisters.

Vor rund 30 Jahren hat Nelkenstock in ihrer Kindermoden-Boutique die Mutter eines an Krebs erkrankten Kindes kennengelernt. Dies hat sie dazu angeregt, die Elterninitiative leukämie-und krebskranker Kinder Würzburg zu unterstützen. Aus dem Engagement neben ihrem Beruf wurde eine Lebensaufgabe.1990 startete Nelkenstock ihre jährliche Benefiz-Kindermodenschau aus der dann das Kinderfest hervorging.Mit dem Erlös wurde die Behandlung von Kindern mit Hirntumo-ren an der Uni-Kinderklinik vorangebracht. 2000 initiierte Nelkenstock die „Aktion Stammzelltherapie“ mit der sie in zwölf Monaten rund 500 000 Euro zusammenbrachte. Diese Anschubfinanzierung war der Anstoß für die Errichtung des Stammzellentransplantationszentrums an der Uniklinik. 2003 wurde der Verein „Hilfe im Kampf gegenden Krebs“ gegründet.
„Sie haben sich diese Arbeit zu einer Mission und Leidenschaft gemacht“, würdigt Schuchardt die Arbeit Nelkenstocks. (ELA)

bürgerschaftlichen Engagement Pressebericht

Im Beisein zahlreicher Ehrengäste erhielt Gabriele Nelkenstock (mit Blumenstrauß) die Ehrenmedaille des Oberbürgermeister. FOTO:CHRISTIAN WEISS

 

08. März 2019: IRENE KÄMPFT NICHT ALLEIN

08. März 2019: IRENE KÄMPFT NICHT ALLEIN

Hilfe für Krebspatientin: Die Diagnose ist ein Schock. Nebennierenkarzinom! Eine seltene, aggressive Krebsart. An der Würzburger Universitätsklinik findet eine junge Spanierin die Spezialisten. Und: große menschliche Anteilnahme.

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Von ANDREAS JUNGBAUER

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Sie lächelt. Trotz allem. Es ist ein Lächeln voller Lebensmut. Eine innere Kraft ist da, die so gar nicht zur Schwäche ihres Körpers passen mag.

Matt, mit schwacher Stimme, liegt die 22-Jährige im Bett auf der Station O22 im Würzburger Uniklinikum. Ein gewaltiges Konglomerat aus Zentren und Krankenhäusern, und Menschen zwischen Leben und Tod. Keine 24 Stunden später – ein herrlich milder Vorfrühlingstag – wird Irene Canibano Gonzalez, gut eingepackt, einen ersten Ausflug in die Stadt machen und über die Alte Mainbrücke spazieren. So fühlt sich Leben an! Es ist ein Grenzgang, den die junge Spanierin seit Anfang Dezember in der Würzburger Klinik bewältigt. Tag für Tag, mit Lebensgefahr und gesundheitlichen Tiefen. Und mit Höhen aus Hoffnung und persönlicher Zuwendung. Sie ist es, die der jungen Patientin Halt gibt in einer Achterbahnfahrt mit ungewissem Ausgang. Die Geschichte von Irene Canibano Gonzalez ist mehr als die einer Krebspatientin. Es ist eine Geschichte vom Menschsein und von dem, was wirklich zählt im Leben. Als Au-Pair-Mädchen kommt Irene vor drei Jahren zu einer Familie nach Deutschland. Sie liebt die Sprache, mag die Leute – und bleibt. In Frankfurt beginnt sie eine Lehre als Hotelfachfrau, findet Freunde und eine neue Heimat. Sie tanzt, trainiert im Fitnessstudio. Einem Unwohlsein misst sie über einige Monate keine Bedeutung bei. Erst als ihr das Atmen schwerfällt, geht Irene zum Hausarzt. Der hat nach einer Ultraschalluntersuchung den drastischen Befund: Ein fortgeschrittener Tumor im Nierenbereich, 15 Zentimeter lang.Wenige Tage später, nach einer Computertomografie, die genaue Diagnose: ein Nebennierenkarzinom, eine extrem seltene, sehr aggressive Krebsart. Die europaweiten Spezialisten dafür arbeiten an der Uniklinik in Würzburg. Irene Canibano Gonzalez wird hierher verlegt. „Ich habe an nichts Schlimmes gedacht“, sagt die 22-Jährige. Doch als ihr die Ärzte etwas von Metastasen erzählen, „war das ein Schock“. Nicht nur für sie, auch für ihre Eltern, die ohne Zögern nach Deutschland zu ihrer Tochter fliegen. Sie in dieser Situation allein lassen? „Niemals“, sind sich Maria Gonzalez und Valentin Canibano einig, „wir wollen nah bei Irene sein und bei ihr bleiben. Das hilft ihr und hilft uns.“ 

Zwölf Stunden lang wird die Spanierin Mitte Dezember operiert. Es ist ein riskanter, schwerer Eingriff, eine maximale Belastung für Patientin und die operierenden Ärzte. Prof. Martin Fassnacht, Experte für das Nebennierenkarzinom, glaubt an eine Heilungschance, „sonst hätten wir die OP nicht gemacht“. Die Ärzte entfernen nicht nur den Tumor, sondern auch einen Teil der Leber. Zweimal muss im Januar nachoperiert werden, die Prognose bleibt schwierig. Mit einer Chemotherapie sollen die Metastasen auf der Lunge bekämpft werden. Noch ist Irenezu schwach dafür. Aber langsam kommt sie zu Kräften, ihre Zuversicht wächst. Tag umTag verbringen die Eltern am Krankenbett, muntern die Tochter auf, lenken sie ab, versuchen zu verstehen – was schwer ist,ohne ein Wort Deutsch zu können. Auch eine bezahlbare Unterkunft braucht das Ehepaar. In seiner Verzweiflung schreibt der 56-jährige Valentin Canibano noch vor Weihnachten eine Nachricht in die Facebook-Gruppe „Spanier in Würzburg“. Charlotte Bartels liest den Hilferuf – und reagiert. Die 25-Jährige studiert im achten Semester Medizin, Spanisch hat sie sich selbst beigebracht. Ihr Lebensgefährte ist Spanier – und unterstützt seine Partnerin bei allem, was in den folgenden Wochen auf sie zukommen wird: Viele Stunden verbringt die Studentin bei Irene im Krankenzimmer, im Gespräch zwischen Ärzten, Eltern und Patientin. Visiten werden aufgezeichnet, sie übersetzt die WhatsApp-Videos. 

Charlotte Bartels ist nicht nur Dolmetscherin, sondern wird eine seelische Stütze für die spanische Familie. Mit ihrem Medizinwissen kann sie die Eltern aufklären und beruhigen. Das tut gut und schweißt zusammen. „Das bleibt für immer“, ist Valentin Canibano überzeugt, oder wie man in Spanien sagt: „Das sind Schleifen, die man bindet.“ Sagt’s – und es fließen ein paar Tränen bei Charlotte Bartels und Mutter Maria Gonzalez. Wer überWochen schicksalhafte Momente teilt, entwickelt eine innige Beziehung. Ja, gibt die Studentin zu, „es geht mir oft nahe“. Aber sie habe sich für Medizin entschieden, um mit Menschen zu arbeiten. DieWochen mit Irene und der Familie Canibano Gonzalez, (.. .)auf den Stationen, in der Inneren, der Chirurgie, der Intensivstation – daraus, sagt sie, „habe ich mehr gelernt als in allen meinenVorlesungen bisher“. Für die Familie ist sie ein Engel. Die Eltern vertrauen den Ärzten in Würzburg. Und sie glauben an ihre kranke Tochter, an ihre Zukunft: „Irene ist unabhängig, stark, und sie hat ein großes Herz.“ Beide haben zu Hause in Valladolid bei Salamanca alles stehen und liegen lassen. Die 53-jährige Maria arbeitet dort in einem Wohnheim für Behinderte, Vater Valentin als selbstständiger Dekorateur. Ihre ältere Tochter hütet im Moment das Haus. Aber eine bezahlbare Bleibe in Würzburg zu finden, um Irene zu begleiten? Mitte Dezember wächst die Verzweiflung. Den Eltern ist klar: Die Tochter wird ihre Unterstützung noch vieleWochen brauchen. Und so klopft Studentin Charlotte Bartels bei Gabriele Nelkenstock und ihrem Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ an. Die Würzburger Spendensammlerin zögert nicht, organisiert und finanziert über ihren Verein eine Wohnung. Mittlerweile wohnen die Eltern bei den Ritaschwestern, bis eine von den zwei Angehörigenwohnungen des Vereins frei wird. So viele gute Geister – Pflegeteam und Ärzte eingeschlossen – umgeben die spanische Familie, dass es die Eltern kaum fassen

können: „Es ist ein großes Glück für uns, wie hilfsbereit die Deutschen hier sind.“ Eine Krebsdiagnose, das ist mehr als OP und Chemo. Viele Rädchen müssen ineinander greifen, die Fachabteilungen zusammenarbeiten: Endokrinologie, Chirurgie, Radiologie, Nuklearmedizin, Pathologie, Strahlentherapie – eine echte Teamleistung ist nötig. „Das ist gar nicht zu überschätzen“, findet der Leiter des Schwerpunkts Endokrinologie Martin Fassnacht. Nur in einer Disziplin gut zu sein, reiche in solch einem Fall nicht aus. Und neben medizinischer Höchstleistung braucht es die organisatorische. Und: die menschliche. Vor zwei Jahren hat Gaby Nelkenstock mit ihrem Verein das Projekt „Nähe schenken“ gegründet. Ihr liegt der Ausbau weiterer Angehörigen-Wohnungen am Herzen. „Wir sind uns sicher“, sagt die engagierte Würzburgerin, „dass die Nähe von Angehörigen und Freunden den Heilungsprozess der Patientinnen und Patienten verbessert.“ Der Bedarf sei groß, der Verein führt eine Warteliste für die ersten beiden Wohnungen. Anfragen kommen aus dem In- und Ausland. So wie Irene hätten auch andere Patienten ihre Liebsten gerne täglich bei sich in der Klinik. „Für die Betroffenen ist das ein großes Problem“, sagt Gaby Nelkenstock. Deshalb träumt sie von einem Angehörigenhaus und hofft auf viele Unterstützer. „Das ist meine Vision und mein Ziel.“ Dass die Begleitung durch Eltern oder Freunde den schwerkranken Patienten hilft, davon ist auch Dr. Sven Flemming überzeugt. Seit 2011 ist der Chirurg an der Würzburger Uniklinik im Einsatz, ein Fall wie der von Irene Canibano Gonzalez lässt ihn nicht kalt. Flemming unterstreicht die reibungslose Zusammenarbeit der verschiedenen Fachkliniken innerhalb des Uniklinikums.Und ihm gefällt die Einstellung der jungen Patientin. Studien, so Flemming, hätten längst belegt: Patienten, die positiv an ihre Erkrankung herangehen, haben bessere Heilungschancen. Dass die 22-Jährige von ihren Eltern begleitet wird, sei „extrem wichtig und wertvoll“ – wie überhaupt die seelische Unterstützung, durch Charlotte Bartels, durch Gaby Nelkenstock. Menschen, die sich bis vor kurzem nicht kannten, die sich aufeinander einlassen und nun innig verbunden sind: „Das ist ein Beitrag“, sagt Chirurg Flemming, „den kein Krankenkassenbeitrag abdecken kann.

Nebennierenkarzinom

Die Krebsart kommt selten vor, gilt als besonders bösartig und hat eine hohe Rückfallquote. Das Nebenierenkarzinom ist schwer zu behandeln und zu beherrschen – auch, weil es Ärzten wegen des seltenen Auftretens an Wissen fehlt. „Die Hälfte der Patienten wendet sich nach eigenen Recherchen deshalb direkt an uns“, sagt Experte Prof. Martin Fassnacht, der 2018 mit weiteren Wissenschaftlern eine europäische Leitlinie zur Behandlung des Nebennierenkarzinoms verfasste. Die Uniklinik Würzburg ist führend in der Behandlung der Krebsart, gilt als europaweit bedeutendstes Zentrum und hat bereits 2003 ein zentrales Patientenregister eingerichtet. Jährlich rund 200 Patienten mit Nebennierenkarzinom werden hier stationär und ambulant behandelt, davon ca. 70 Neuaufnahmen. Das ist der größte Teil der 80 bis 110 Fälle, die pro Jahr in Deutschland auftreten. Patienten aus der ganzen Welt, zuletzt aus Australien, wenden sich an die Spezialisten in der Uniklinik. Häufig können Erkrankte in ihrer Heimat behandelt werden – mit den nötigen Informationen angeleitet von den Ärzten aus Würzburg. Im Gegensatz zu vielen anderen Tumorarten erkranken auch junge Erwachsene und Kinder an dem Krebs, der von der Nebennierenrinde aus schnell wächst und in andere Organe streut. Symptome zeigen sich laut Fassnacht in 60 Prozent der Fälle in hormonellen Störungen, z. B. führt die vermehrte Ausschüttung von Cortisol zu Gewichtszunahme und anderen Beschwerden. Knapp jeder dritte Patient hat Rückenoder Bauchschmerzen, jeder zehnte Tumor wird zufällig entdeckt. Das Nebennierenkarzinom wird in der Regel chirurgisch komplett entfernt und der Patient mit Medikamenten oder in fortgeschrittenem Stadium mit einer Chemotherapie weiterbehandelt. Infos: www.nebennierenkarzinom.de

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