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“Selbstlos und spontan
helfen, die Not anderer
mildern, auch dann,
wenn es unbequem ist.
Sternstunden der
Menschlichkeit.”


AKTION STAMMZELLTHERAPIE ZIEHT BILANZ

Wäre es nach der Haushaltslage der öffentlichen Hand gegangen, gäbe es heute wohl keine Stammzelltransplantation am Universitätsklinikum Würzburg, obwohl die Stammzelltransplantation oftmals die letzte Möglichkeit zur Rettung des Lebens an Krebs erkrankter Kinder und Erwachsener ist.

Daher rief Gabriele Nelkenstock im Jahr 2000 die "Aktion Stammzelltherapie" ins Leben und konnte mit Unterstützung der "Elterninitiative leukämie- und tumorkranker Kinder" aus einem großen Kreis von privaten Spendern und Sponsoren aus der Region eine Spendensumme von insgesamt 500.000 € aufbringen.
Bereits ein Jahr später konnte dieser Betrag als Anschubfinanzierung zugesagt werden und bewegte damit den Freistaat Bayern zu einer Finanzierungszusage für die Errichtung des Stammzellzentrums zur Behandlung krebskranker Kinder, Jugendliche und Erwachsene am Universitätsklinikum Würzburg. Mittlerweile hat sich die Höhe der Spenden auf über 700.000 € erhöht.

Aus diesen Mitteln wurden für die Anschaffung medizinischer Geräte rund 260.000 € zur Verfügung gestellt. Zudem sollen die Spendengelder der Finanzierung zweier Halbtagsstellen im psychologischen Dienst zur Betreuung krebskranker Kinder und Jugendlicher und einer Vollzeitstelle zur Unterstützung krebskranker Erwachsener dienen.
Ziel der "Aktion Stammzelltherapie" ist es, neben der optimalen medizinischen Versorgung und der Förderung innovativer Methoden im Stammzelltransplantationszentrum ein für die Gesundung der Patienten und den Erfolg der Therapie möglichst optimales Umfeld unter klinischen Bedingungen zu schaffen sowie Angehörige und Freunde der Patienten bei der dringend notwendigen Begleitung der Therapie zu unterstützen.

Mit ehrenamtlicher Unterstützung von Mitarbeitern des Aktions-sponsors S. Oliver konnte den Patienten aus den Mitteln der "Aktion Stammzelltherapie" ein völlig neues Multimediasystem zur Verfügung gestellt werden. Dies ermöglichte den kleinen und großen Patienten, via Internet mit ihren Freunden und der Familie in Kontakt zu bleiben und die Isolierung zu überwinden. Daneben können die Patienten mittels dieser Technologie auf alle Möglichkeiten multimedialer Unterhaltung zurückgreifen und so weiterhin am Leben teilhaben und sich die Zeit vertreiben. Schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen wird zudem in Zusammenarbeit mit der IT-Gruppe des Gymnasiums Veitshöchheim die Möglichkeit geboten, im Rahmen eines internetbasierten Schulprojektes am Schulunterricht teilzunehmen.

Ebenfalls eine wichtige Rolle für optimale Therapieerfolge spielen die Inneneinrichtung und Außengestaltung des Stammzellzentrums. Die Patienten müssen sich in der Regel einer 6-8 wöchigen Therapie unterziehen und sind während dieser Zeit von der Außenwelt abgeschnitten. So wurden die Inneneinrichtung und die Räume des psychosozialen Dienstes unter Mitwirkung des Architekten Thomas Mensing aus Würzburg, der seine Leistung honorarfrei erbracht hat, durch den Verein mitfinanziert. Ferner soll in naher Zukunft der von den Patientenzimmern aus sichtbare Außenbereich, der bislang noch von einer kahlen Steinmauer geprägt ist, in ansprechender und freundlicher Weise zum Wohle der Patienten neu gestaltet werden.

Zwischenzeitlich hat sich aus der "Aktion Stammzelltherapie" der Verein "Hilfe im Kampf gegen Krebs e. V." formiert, der Dank der mittlerweile zur Verfügung stehenden Mitteln das Stammzelltransplantationszentrum und andere medizinische Einrichtungen im Kampf gegen den Krebs auch zukünftig unterstützen wird. Zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang die Finanzierung einer mobilen ambulanten Krankenschwester an der Medizinischen Klinik II und das im Jahr 2004 gegründete "internationale Kinder- und Jugendprojekt", das als letzte Rettung Kindern und Jugendlichen aus unterprivilegierten Ländern eine Behandlung im Kampf gegen Krebs ermöglicht.

Durch die "Aktion Stammzelltherapie" wurde unter Beweis gestellt, dass dort, wo die staatlichen Mittel knapp sind, die Spendenfinanzierung eine unverzichtbare Alternative ist. Das Modell "Initiative Stammzelltransplantationszentrum" oder ähnliche Modelle werden in naher Zukunft unverzichtbarer Bestandteil der Finanzierung innovativer medizinischer Verfahren sein, die von der öffentlichen Hand nicht mehr oder nicht ausreichend finanziert werden können. Wir verstehen uns daher auch als Vorreiter, um medizinischen Einrichtungen, Sponsoren, privaten Vereinigungen und Vereinen sowie allen sonstigen Interessierten und Betroffenen alternative Wege aufzuzeigen, um im Sinne der Gesellschaft und aller Betroffenen das Unverzichtbare doch möglich zu machen. Wo die staatlichen Möglichkeiten ihre Grenzen erreichen, hört die Verantwortung unserer Gesellschaft noch lange nicht auf, führt die Initiatorin Gabriele Nelkenstock aus.

Der Verein und Gabriele Nelkenstock bedanken sich bei allen großen und kleinen, erwähnten und unerwähnten Spendern und Sponsoren sowie den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die sie bei vielen Aktionen unterstützt haben. Ein besonderer Dank gilt der Commerzbank in Würzburg, die Dank einer großzügigen Verzinsung der Spendengelder zu einer deutlichen Vermehrung der zur Verfügung stehenden Mittel beigetragen hat. Zur Zukunft des Vereins führt Gabriele Nelkenstock aus:" Wir werden nicht locker lassen und den eingeschlagenen Weg weiter verfolgen. Mit der Eröffnung des Stammzelltransplantationszentrums haben wir viel erreicht, aber das Meiste liegt noch vor uns. Noch viele Maßnahmen bedürfen einer Förderung, die Nachhaltigkeit des Erreichten muss abgesichert und zukünftige Innovationen müssen ermöglicht werden.

Daher möchte ich die heutige Eröffnung des Stammzelltransplantationszentrums auch für einen wichtigen Spendenaufruf zur Einführung einer innovativen Immuntherapie am Stammzelltransplantationszentrums nutzen. Prof. Einsele hat diese neue Therapie bereits am Universitäts-klinikum Tübingen erfolgreich erforscht und eingeführt. Mit diesem Verfahren werden Abwehrzellen des Spenders gegen spezielle, nach der Transplantation oft tödlich verlaufende Infektionskrankheiten stimuliert und dem Patienten nach der Transplantation infundiert. Derart sind die Patienten besser gegen Infektionskrankheiten geschützt. Zur Einführung der Therapie werden weitere Geräte - insbesondere ein Reinraumbrutschrank - benötigt, für die staatliche Budgets nicht zur Verfügung stehen. Mit der Einführung dieser ergänzenden Therapie wird das Stammzelltransplantationszentrum am Universitätsklinikum Würzburg zu einer der weltweit wenigen Einrichtungen gehören, die dieses Verfahren anbieten. Das Verfahren wird definitiv die Sterblichkeitsrate senken und viele weitere Menschenleben retten. Ich bitte daher einen Jeden, die Einführung dieser Therapie zu unterstützen."

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